Blutegel-Therapie

Beim Biss eines Blutegels entsteht eine kleine Verletzung, welche eine Abwehrreaktion des Körpers auslöst – das Immunsystem wird also aktiviert. Es handelt sich im Prinzip um einen kleinen Aderlass, bei welchem aktiv Blut-, Lymph- und Gewebeflüssigkeit entzogen wird. Das Saugen des Blutegels wie auch die Nachblutung führen zu einer starken Entlastung des Kapillarbetts, zur Entstauung des behandelten Gebietes und helfen «Verklebungen», Hämatome und Vernarbungen zu lösen. 

Worum geht es bei der Blutegeltherapie?  

Der Blutegel beisst sich etwa 1,5 mm in die Haut. Es entsteht also eine kleine Verletzung, welche eine Abwehrreaktion des Körpers auslöst – das Immunsystem wird also aktiviert. Ein Egel kann ca. 10 – 20g Blut aufnehmen und sich bis zum 6-fachen vergrössern. Es handelt sich im Prinzip um einen kleinen Aderlass, bei welchem aktiv Blut-, Lymph- und Gewebeflüssigkeit entzogen wird. Dies einerseits in der Zeit während der Egel saugt, aber auch noch bis zu 12 Stunden danach. Die lange Nachblutungszeit entsteht durch den Blutegelspeichel, welcher Stoffe enthält, die den Wundverschluss vorerst verhindern.  

Das Saugen wie auch die Nachblutung führen zu einer starken Entlastung des Kapillarbetts, zur Entstauung des behandelten Gebietes und helfen «Verklebungen», Hämatome und Vernarbungen zu lösen.

Seit wann gibt es die Blutegeltherapie?

Die Blutegeltherapie kennt man schon seit Jahrtausenden. Es ist also eine sehr alte und bewährte Therapieform. Leider wurde die Anwendung im 19. Jahrhundert masslos übertrieben – es wurden 80 bis 100 Egel pro Patient angesetzt – so dass die Blutegeltherapie leider in Verruf geraten ist. Glücklicherweise erfreut sich die Blutegeltherapie in den letzten Jahren und Jahrzehnten wieder zunehmender Begeisterung, was diesen grossen tierischen Heilern auch wirklich zusteht.

Wie sieht eine Behandlung mit Blutegeln aus?

Bei der Blutegelbehandlung werden ausschliesslich medizinische Blutegel verwendet, welche unter entsprechenden Hygienerichtlinien speziell gezüchtet werden. Jeder Blutegel wird lediglich an einem einzelnen Patienten angesetzt und wird nach der Behandlung nicht mehr weiterverwendet. Je nach Beschwerde wird der Blutegel an die entsprechende Stelle am Körper angesetzt. Der Biss des Blutegels kann als leichte Schmerzempfindung wahrgenommen werden, sie ist zu vergleichen mit der Empfindung, wenn man eine Brennnessel berührt oder von einem Insekt gestochen wird. Die Saugzeit des Egels dauert in der Regel zwischen 20 – 90 Minuten. Nach dem Abfallen erhalten Sie einen Verband auf die Bissstelle.  

Es ist normal, dass die Wunde noch bis zu 12 Stunden nachblutet. Diese Nachblutung ist erwünscht und sollte nicht durch Druckverbände unterdrückt werden. Bei manchen Erkrankungen sieht man bereits direkt nach der Behandlung eine Verbesserung, bei anderen Erkrankungen ist es sinnvoll mehrere Behandlungen im Abstand von wenigen Tagen bis zu einem Abstand von 2 - 4 Wochen vorzunehmen. Dies ist vom Krankheitsbild und auch der persönlichen Konstitution abhängig. Ich werde Sie diesbezüglich gerne beraten.

Was ist Ihre Aufgabe?

Einen Tag vor und am Tag der Behandlung sollten Sie keine parfümierte Creme, kein Duschgel oder Medizinische Salbe oder Öl verwenden, da die Egel den Geruch nicht mögen und je nachdem nicht beissen. Trinken Sie am Behandlungstag viel, um Ihren Kreislauf zu unterstützen. Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, müssen diese mindestens 3 Tage vor der Behandlung (in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt) abgesetzt werden.

Bei welchen Beschwerden hilft die Blutegeltherapie?

  • Akuten und chronische Gelenkschmerzen (z.B. Kniegelenk, Daumensattelgelenksarthrosen)
  • Bänder- und Sehnenscheidenentzündungen (z.B. Tennisellenbogen, Golfarm)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Venöse Gefässerkrankungen: Thrombose, Thrombophlebitis, Krampfaderbeschwerden, Besenreisser
  • Durchblutungsstörungen nach Haut- und Gewebetransplantationen
  • Unterschenkelgeschwüre
  • Furunkel, Karbunkel, Abszesse
  • Verletzungen: Quetschung, Hämatom, Prellung, Frakturen, nach Operationen
  • Schlechte Heilung, Wundheilungsstörungen
  • Bluthochdruck (unterstützende Behandlung)
  • Ohrenerkrankungen: Tinnitus, Mittelohrentzündungen